Hausmeisterservice

Hausmeisterservice für Mehrfamilienhäuser — was ist enthalten?

·8 Min. Lesezeit·Rund ums Haus Littawe

Wer als Vermieter, Eigentümergemeinschaft oder Hausverwaltung in Osnabrück, Bramsche oder einer der 96 weiteren Städte unseres Einsatzgebiets ein Mehrfamilienhaus betreut, kennt das Aufgabenspektrum: Treppenhausreinigung, Pflege der Außenanlagen, Müllmanagement, Kleinreparaturen, Winterdienst. Ein professioneller Hausmeisterservice bündelt all das in einer Hand. Dieser Guide zeigt, was im Standard enthalten ist, wo der Mehrwert liegt und worauf Sie bei der Vertragsgestaltung achten sollten.

Standardleistungen eines Hausmeisterservice für Mehrfamilienhäuser

Treppenhausreinigung

Wöchentlich oder zweiwöchentlich, abhängig von Bewohnerdichte und vereinbarten Intervallen. Eingeschlossen sind: feucht wischen aller Stufen und Podeste, Geländer abwischen, Wandflecken entfernen, Eingangsbereich reinigen, Fußmatten ausklopfen, Briefkastenanlage abwischen, Spinnweben entfernen. Bei größeren Häusern auch Fenster im Treppenhaus 2-4× pro Jahr.

Pflege der Außenanlagen

Rasenmähen in der Hauptsaison (April–Oktober) wöchentlich oder zweiwöchentlich, Heckenschnitt 1-2× pro Jahr, Beetpflege, Wegekehren, Laubentfernung im Herbst. Bei Häusern mit Kinderspielplatz: Kontrolle der Sicherheit, Sandwechsel im Sandkasten.

Müllmanagement

Tonnen rausstellen am Vorabend der Abholung, am Tag der Abholung zurückstellen, Müllplatz reinigen (mindestens monatlich, bei größeren Häusern wöchentlich), Sperrmüll-Termin organisieren. Bei wiederholt falsch befüllten Tonnen: Hinweise an die Bewohner.

Kleinreparaturen

Lampenwechsel im Treppenhaus, Sicherungswechsel, Türen justieren, Schlösser ölen, kleine Sanitärarbeiten (Siphon, Wasserhahn-Dichtung), Briefkastenschlösser. Größere Reparaturen werden gemeldet und nach Auftragsbestätigung ausgeführt.

Winterdienst

November bis März: werktags vor 7:00 Uhr und sonntags vor 9:00 Uhr räumen und streuen — gemäß örtlicher Streupflicht. Bei mehrfachem Schneefall am Tag wird mehrfach gestreut. Streumittel werden gestellt oder vom Eigentümer beigestellt.

Kontrollgänge

Wöchentlicher oder monatlicher Rundgang: Heizungsraum prüfen, Keller und Dachboden auf Schäden kontrollieren, Lichter und Notbeleuchtung testen, Brandschutztüren prüfen, Außenanlagen auf Vandalismus oder Beschädigungen sichten. Tätigkeitsnachweise werden dokumentiert.

Optionale Zusatzleistungen

  • Pflege von Aufzügen (oberflächlich, ohne Wartungsvertrag).
  • Schädlingsbekämpfung (Wespen, Ratten in Müllräumen) — oft in Kooperation mit Spezialisten.
  • Wohnungsabnahmen bei Mieterwechsel.
  • Schlüsselverwaltung (Notschlüssel zentral hinterlegt).
  • Kommunikation mit Bewohnern bei Reparaturwünschen oder Beschwerden.
  • Gartenneuanlage, Rasensanierung — gegen separate Berechnung.

Vertragsmodelle

Stundenbasiert

Klassisches Modell für kleine Häuser oder unregelmäßige Aufgaben. Stundenlohn 30–45 €, monatliche Übersicht der Leistungen. Vorteil: nur bezahlt was wirklich anfällt. Nachteil: schwer kalkulierbar.

Pauschal pro Monat

Festes Leistungspaket gegen einen monatlichen Festpreis. Üblich bei Mehrfamilienhäusern ab 6 Wohneinheiten. Vorteil: planbar. Nachteil: Sonderaufgaben werden separat berechnet.

Kombinationsmodell

Pauschal für Standard (Treppe, Müll, Außen) + Stundenlohn für Reparaturen und Sondereinsätze. Häufigste Variante für Häuser mit 4–12 Einheiten.

Kosten in der Region Osnabrück 2026

  • Mehrfamilienhaus 4–6 Wohneinheiten, Pauschalvertrag (Treppe wöchentlich, Außen monatlich, Müll, Winterdienst): 250–450 € / Monat.
  • 8–12 Wohneinheiten: 450–800 € / Monat.
  • Größere Wohnanlage 20+ Wohneinheiten: ab 1 200 € / Monat, individuelle Kalkulation.
  • Stundenlohn für Sonderaufgaben: 30–45 €.
  • Winterdienst-Pauschale für Saison Nov–März: 150–500 € je nach Fläche.

Worauf bei der Auswahl achten

  1. Schriftlicher Vertrag mit klar definierten Leistungen, Intervallen, Festpreis und Sonderaufgaben-Tarif.
  2. Dokumentationspflicht: monatliche Berichte über erledigte Leistungen.
  3. Festen Ansprechpartner — kein wechselndes Team.
  4. Nachweis Betriebshaftpflicht.
  5. Sozialversicherte Mitarbeiter (kein Schwarzarbeit-Risiko für Sie als Auftraggeber).
  6. Reaktionszeit bei Notfällen vereinbart (z.B. Heizungsausfall am Wochenende).
  7. Kündigungsfrist fair geregelt (üblich: 1-3 Monate).

Wer trägt welche Pflichten? Vermieter vs. Hausmeisterservice

Wichtig: Auch wenn Sie einen Hausmeisterservice beauftragen, bleibt der Eigentümer letztverantwortlich für Verkehrssicherungspflichten (Streupflicht, Treppenhaussicherheit, Brandschutz). Der Service ist ausführendes Organ — Sie als Eigentümer prüfen die Einhaltung. Eine gute Vertragsklausel: regelmäßige Kontrolle (monatlich) durch den Eigentümer mit dokumentierter Begehung.

Vertragsbeispiele aus der Praxis

Beispiel 1: 6-Familienhaus in Osnabrück, Eversburg

Mietshaus aus den 1970er-Jahren, mittlere Lage, Bewohnerstruktur gemischt. Vereinbarung: Treppenhausreinigung wöchentlich (Donnerstag), Außenanlage 14-tägig in der Saison, Müllplatz wöchentlich, Winterdienst Saison-Pauschale, Kleinreparaturen nach Stunden. Kosten ca. 380 € im Monat. Vorteil: ein Ansprechpartner für Mieter (per WhatsApp-Nummer), monatliche Übersicht, Jahresvertrag mit 3 Monaten Kündigungsfrist.

Beispiel 2: 12-Wohneinheiten in Bielefeld-Mitte

Modernes Mehrfamilienhaus, 2010 gebaut, Eigentümergemeinschaft. Vereinbarung: vollumfänglicher Hausmeisterservice mit Treppenhaus (2× pro Woche), Außenanlage wöchentlich, Müll, Winterdienst, Kleinreparaturen pauschal bis 30 Min/Monat enthalten. Kosten ca. 720 € im Monat. Bei Sondereinsätzen: Stundenlohn 38 € netto.

Beispiel 3: Wohnpark mit 24 Einheiten in Melle

Wohnanlage mit zwei Häusern, gemeinsame Außenanlagen, Tiefgarage. Vereinbarung: täglicher Kontrollgang im Winter, wöchentlich im Sommer, Reinigung der Tiefgaragenzufahrt monatlich, Pflege Spielplatz inkl. Sicherheitsprüfung. Kosten ca. 1 200 € im Monat. Voller Tätigkeitsnachweis monatlich als PDF.

Hausordnung und Hausmeister-Pflichten — wo liegt die Grenze?

Der Hausmeister ist nicht für die Hausordnung verantwortlich. Wenn Mieter im Treppenhaus Müll lagern, falsche Tonnen befüllen oder Fahrräder im Eingangsbereich abstellen, ist es Aufgabe der Hausverwaltung, das zu adressieren — nicht des Hausmeisters. Wir dokumentieren solche Vorkommnisse aber gerne im monatlichen Tätigkeitsnachweis und melden Auffälligkeiten zeitnah. So hat die Hausverwaltung eine objektive Grundlage für ein Mahnschreiben oder Gespräch.

Auch nicht zu unseren Aufgaben gehören: Schlichtung von Mieter-Streitigkeiten, Lärmprobleme zwischen Bewohnern, Reparaturen innerhalb der Wohnungen (das ist Sache des Mieters bzw. der Versicherung), Schädlingsbekämpfung mit Spezialgeräten. Bei diesen Themen vermitteln wir gerne lokale Fachbetriebe aus unserem Netzwerk im Landkreis.

Hausmeisterservice beim Mieterwechsel

Bei einem Mieterwechsel kann der Hausmeisterservice deutlich entlasten. Typische Aufgaben:

  • Wohnungsabnahme mit Übergabeprotokoll, Foto-Dokumentation und Zählerstand-Aufnahme.
  • Schlüsselübergabe und -annahme (mit Quittung).
  • Kontrolle auf Schäden gemäß Mietvertrag.
  • Kleine Renovierungsarbeiten zwischen Mietverhältnissen: Wände streichen, Bohrlöcher schließen, Türen justieren, Silikonfugen erneuern.
  • Reinigung der Wohnung (besenrein) für die nächste Übergabe.
  • Wohnungsübergabe an den neuen Mieter mit Einweisung in Heizung, Klingel, Brieftaste.

Diese Leistungen rechnen wir transparent nach Stunden oder Festpreis ab — je nach Wunsch der Hausverwaltung. Pauschale für eine Standard-Wohnungsübergabe (60 m², ohne Renovierung): 80-150 €. Mit kleiner Renovierung: 250-500 €.

Wann lohnt sich ein zusätzlicher Concierge-Service?

Bei Wohnanlagen ab 20 Wohneinheiten und gehobenem Standard kann ein Concierge-Service über die normale Hausmeisterfunktion hinaus wertvoll sein: Paketannahme, Mieter-Kommunikation, kleine Service-Aufgaben für Bewohner. In Osnabrück und Umgebung gibt es wenige Anbieter, die das in Kombination mit Hausmeisterservice leisten — bei Bedarf gerne ansprechen.